Wenn du broke bist, aber trotzdem auf Safari gehen willst, dann bist du hier genau richtig. Safaris in Tansania sind unglaublich teuer, aber definitiv ein Bucket List Moment, den man erlebt haben muss. Ich zeig dir, wie du auch mit kleinem Geldbeutel deinen Traum einer Safari in der Serengeti wahr werden lassen kannst.
Eine Safari in Tansania lässt sich super mit einem Beach Trip nach Sansibar verbinden. Für eine mögliche Route, meine Empfehlungen zu Sansibar und allgemein Wissenswertes über Tansania, wie beispielsweise die besten Reisezeiten, schau gerne in meinem Sansibar Guide vorbei.
First Things First
Einreise: Das Visum kann man entweder on Arrival am Flughafen bekommen, was bei uns tatsächlich auf Sansibar sehr einfach, ohne Probleme und ohne lange Wartezeit funktioniert hat oder man holt sich ein E-Visa über die offizielle Website. Den Link dazu findet ihr auf der Seite des Auswärtigen Amtes.
Impfungen/Malaria Prophylaxe: Lasst euch hier auf jeden Fall vorher von einem Reisemediziner beraten! Für Tansania ist (solange man direkt aus Deutschland einreist) keine Impfung verpflichtend, allerdings sind einige empfehlenswert. Dazu zählen:
- Hepatitis A und B
- Typhus
- Gelbfieber
- Tollwut
- Meningokokken
Hierzu könnt ihr euch aber auch im Vorfeld gut auf der Seite des Auswärtigen Amtes informieren.
Insbesondere für Safaris auf dem Festland wird die Malaria-Prophylaxe empfohlen. Aber auch auf Sansibar gibt es ein Malariarisiko (Risiko ist abhängig von Trocken- und Regenzeit).
Wir haben die Malaria-Prophylaxe präventiv eingenommen und würden es auch trotz der Nebenwirkungen wieder so machen.
Kleidung: Auf Safari ist es wichtig Naturtöne (wie z.B. beige oder khaki) zu tragen. Grelle Farben schrecken die Tiere ab und dunkle Töne (wie z.B. blau und schwarz oder auch gelb) ziehen Mücken an. Um außerdem das Risiko für Mückenstiche klein zu halten, ist lange Kleidung, vor allem morgens und abends empfehlenswert. Das ist auch, vor allem in der Trockenzeit, gar nicht so tragisch, da es sobald die Sonne weg ist, wirklich frisch wird.
Es wird auch oft empfohlen geschlossene Schuhe zu tragen. Meiner Erfahrung nach, ist das allerdings nicht nötig, so lange man keine Walking-Safari bucht. Geschlossene Schuhe sind aber praktisch, da man nicht super viel Gepäck mitnehmen kann, es wärmer ist an den Füßen und man so auch an den Füßen vor Mückenstichen geschützt ist.


Die Buchung – meine Empfehlung
Ich glaube jeder träumt davon irgendwann mal eine Safari zu machen und ich muss sagen unsere war wirklich ein absoluter Traum und 1 zu 1 genau so wie ich es mir vorgestellt hatte. Dass wir dabei in Zelten mitten in der Serengeti schlafen, hätte ich mir zwar erstmal so nicht ausgemalt, aber dafür haben wir uns einen ganzen Batzen Geld gespart. Und jetzt im Nachhinein denk ich mir, das war wirklich ein absolutes Bucket-List-Erlebnis.
Gebucht haben wir die Safari über www.safaribookings.de mit dem Touranbieter “Go Serengeti African Tours” und ich kann die Website wirklich nur empfehlen. Man kann dort durch die vielen verschiedenen Filter wirklich sehr individuell seine Safari zusammenstellen, wie es einem passt und dann die verschiedenen Angebote vergleichen. Und übrigens ist das hier keine Werbung, sondern ehrlich nur meine persönliche Empfehlung 😀 Wenn einem ein Angebot zusagt, kann man eine Anfrage schicken. Daraufhin melden sich meist innerhalb weniger Minuten die Touranbieter über WhatsApp, was mir auch erst bisschen unseriös vorkam, aber hat wirklich alles super funktioniert. Ich hatte aber auch keine großen Zweifel, weil die meisten Touranbieter bereits wirklich tausende gute Bewertungen haben.
Über WhatsApp bekommt man dann erstmal super viele Informationen und Bilder zugeschickt, kann Fragen stellen und dann kriegt man eine pdf-Datei per Mail, wo der genaue Ablauf der Safari mit allen Unterkünften und Fahrtstrecken aufgelistet ist. Wenn man die Safari dann buchen möchte, muss man nur noch eine kleine Anzahlung machen und das wars schon. Den Rest bezahlt man vor Ort in bar (in unserem Fall ging es aber auch mit Karte). Der Service von unserem Anbieter war super gut. Ich war anfangs so lost und hab die wirklich mit tausenden Fragen gelöchert und immer schnelle und liebe Antworten bekommen.
Generell empfiehlt es sich, wenn du nicht schon an deinem Startpunkt der Safari bist, einen extra Tag für die Anreise einzuplanen. Wenn du also eine 3-Tägige Safari machen willst, dann musst du 4 Tage einplanen. Wenn du es komplett stressfrei haben willst, dann plan für eine 3-Tägige Safari 5 Tage ein, um nicht am Abend nach dem letzten Safaritag noch Abreisen zu müssen (geht zwar, aber war sehr stressig, kann ich nur bedingt empfehlen).
Damit du einen kleinen Eindruck davon bekommst, wie so eine Low-Budget Safari abläuft und was das kostet, fangen wir einfach mal ganz vorne an. Die meisten Fragen sollten sich damit eigentlichen klären, dann bist du hoffentlich auch vorher nicht so lost wie ich 😀
Unsere Safari Day by Day
Tag 0 in Arusha
In der Regel reist man selbstständig einen Tag vorher nach Arusha an, da die Safaris wirklich sehr früh morgens starten. Die Flüge kann man einfach ganz normal über die normalen Anbieter, wo man auch sonst Linienflüge bucht, buchen. Am besten direkt zum Arusha Airport, Kilimanjaro Airport geht auch, aber der ist etwas weiter weg.
Kleiner Tipp: In den meisten Fällen fliegt man von Sansibar aus mit kleinen Propellerflugzeugen. Ich muss aber sagen, dass sich das nicht wirklich anders angefühlt hat, wie mit einem “normalen” Flugzeug. Das Flugzeug war sogar so klein, dass keine Sitzplätze vergeben wurden und man sich den Platz selber aussuchen konnte. Ich dachte dann jetzt muss ich schnell im Flugzeug sein um den perfekten Fensterplatz zu bekommen, aber es waren nur 2 x 2 Reihen, so dass jeder Platz gut war 😀


In unserer Buchung war das Hotel für die Nacht vor der Safari auch schon im Preis mit drin. Das Hotel, welches für uns gebucht wurde, war das Jevas Hotel. Nicht wirklich was besonderes, aber definitiv nichts schlechtes. Die Zimmer waren überraschend modern und ganz oben gab es auch noch ein kleines Restaurant, wo wir dann zu Abend gegessen haben mit einer wirklich tollen Aussicht auf Mount Meru.


Ich würde wirklich empfehlen, relativ früh morgens nach Arusha zu kommen und dort noch ein wenig die Stadt zu erkunden oder sogar 2 Tage vorher anzureisen, da man von dort wirklich sehr coole Tagesausflüge machen kann. Beispielsweise zum Materuni Wasserfall. Wir hatten allerdings nicht so viel Zeit und dann wurde auch noch unser Flug gecancelled und wir mussten einen neuen am Nachmittag buchen, so dass leider keine Zeit mehr blieb um Arusha zu erkunden.
Hier mal ein paar Spots, die ich mir rausgesucht hatte für Arusha:
- Massai Market of Curios and Crafts
- Arusha Clock Tower
- Old Moshi Road
- Cultural Heritage Centrum und Art Gallery
- Restaurant im Hotel Gran Melia Arusha
Da wir die Orte, bis auf das Cultural Heritage Centrum, allerdings nicht besuchen konnten, keine Garantie ob’s sich lohnt 😀
Nachdem wir am Arusha Airport gelandet sind wurden wir von einem Fahrer abgeholt und in das Office des Touranbieters gebracht. Davor haben wir noch schnell einen Zwischenstopp im Cultural Heritage Center gemacht, das hatte unser Fahrer uns angeboten, da es auf dem Weg lag. Das ist wirklich sehr touristisch, aber irgendwie süß und man kann dort wirklich schöne Souvenirs shoppen.



Im Office haben wir dann ein kurzes Briefing für die nächsten Tage bekommen, haben bezahlt und wurden dann ins Hotel gebracht. Und nur damit ihr vorbereitet seid, auf die Flüge zwischen Sansibar und dem Festland kann man sich nicht wirklich verlassen. Ich hatte noch nie so viele Probleme beim Flüge buchen wie hier. Die Abflugzeit von unserem Hinflug hat sich in den Wochen vor der Reise bestimmt 5 mal geändert. Währenddessen wurde dann der Rückflug auf den Kilimanjaro Airport verschoben, der übrigens nochmal 1h von Arusha entfernt liegt und als wäre das nicht alles unbeständig genug wurde um 12 Uhr nachts unser Flug am nächsten morgen um 6 Uhr gecancelled, was wir erst gemerkt haben, als wir um 4 Uhr aufgestanden sind um uns für den Flug fertig zu machen. Das soll aber keine Angst machen, es gibt genug Flüge über den Tag verteilt und irgendwie kommt man schon dorthin, es kann halt nur sehr stressig werden. Das ganze ist ja aber ein Problem der dortigen Fluggesellschaften und nicht der Safarianbieter.
Tag 1-2 im Serengeti Nationalpark
Am 1. Tag wurden wir gegen 06:00 Uhr von einem Fahrer an unserem Hotel abgeholt.
Tipp: Unsere großen Rucksäcke konnten wir im Jevas Hotel lassen, welche dann von den Mitarbeitern in der Zeit wo wir weg waren ins Office des Safarianbieters gebracht wurden. Auf die Safari konnten wir nur einen kleinen Rucksack (Größe Handgepäck) mitnehmen, da dieser auch im Safari Jeep transportiert wird und dort logischerweise nicht so viel Platz ist.
In zwei Stunden ging es dann zur ersten Lodge nähe des Lake Manyara. Dort haben haben wir Frühstück bekommen und anschließend sind wir in unseren Safari Jeep gestiegen, in dem wir dann auch die nächsten Tage verbracht haben.
Von dort aus ging es ca. 1h bis zum Gate der Ngorongoro Conservation Area. Ab dort werden die Straßen wirklich schlecht, aber man hat schon die ersten Chancen Tiere zu sichten. Allerdings wird sich hier nicht konkret drauf konzentriert Tiere zu sichten, sondern es geht erstmal um den reinen Transport von A nach B, aber wenn man dabei noch Tiere sieht ist das ein nices add-on. Unser Guide hat trotzdem immer angehalten, wenn wir das gerne wollten. Die ersten Tiere die wir dort gesehen haben waren Giraffen und die sind wirklich zu meinen absoluten Lieblingstieren auf der Safari geworden.
Nach weiteren 3h reiner Fahrtzeit (wo wir ordentlich durchgerüttelt wurden) sind wir dann am Gate zum Serengeti Nationalpark angekommen. Mit ein paar Pipi-Pausen war es dann ca. 14 Uhr und nach einem schnellen Mittagessen ging es direkt auf unseren 1. Game Drive.



Game Drives nennt man die Fahrten, bei denen man durch die Parks fährt und es in erster Linie darum geht Tiere zu suchen und sie zu beobachten. Das haben wir am 1. Tag bis ca. 18:30 Uhr gemacht.



Anschließend wurden wir auf unserem Campingplatz abgesetzt und es gab Abendessen. Das hat unser Küchenchef täglich frisch für uns zubereitet, während wir noch unterwegs waren.
Unser 1. Campingplatz war der “Nyani Campsite” mitten in der Serengeti. Der Platz an sich ist nichts besonderes und die Waschhäuschen sind nicht wirklich gut (es gab kein Licht und wir mussten im dunkeln auf Toilette gehen :D), aber für eine Nacht hat es gereicht. Nachts haben wir die ganze Zeit Tiere direkt neben unserem Zelt gehört was absolut magisch, aber auch ein bisschen gruselig war. Morgens sind dann Heißluftballons direkt über unsere Zelte hinweg geflogen.



Der 2. Tag hat wieder mit frisch gekochtem Frühstück um 07:00 Uhr gestartet und von 08:00 bis 14:00 Uhr war wieder Game Drive angesagt. An unserem zweiten Tag hatten wir uns als Safari Gruppe gewünscht nach Geparden zu suchen und wir sind tatsächlich fündig geworden, nachdem wir wirklich Ewigkeiten gesucht hatten. Manchmal fährt man wirklich stundenlang in der Gegend rum und findet kein einziges Tier, weil die Serengeti einfach so groß ist.



Nach dem Mittagessen ging es für uns dann schon Richtung Ngorongoro Krater. Auf dem Weg dahin haben wir aber noch Halt bei einem Massai Dorf gemacht, welches direkt am Straßenrand zwischen der Serengeti und der Ngorongoro Conservation Area liegt.
Massai Dorf – meine Erfahrung und ehrliche Meinung
Ich habe ja bereits ein Video auf TikTok über meine Erfahrungen zu den Massai Dörfern gepostet und einige Leute haben sich dadurch sehr vor den Kopf gestoßen gefühlt. Es hat heftige Kritik gehagelt und ich hab wirklich sehr böse und beleidigende Kommentare bekommen, weshalb ich mich hier nochmal dazu äußern wollte.
Wer nicht weiß, worum es geht: Die Massai sind eine halbnomadische Völkergruppe in Tansania und Kenia mit einer sehr starken kulturellen Identität, die sich sehr von der unterscheidet, die uns geläufig ist. Die Menschen leben in Einklang mit der Natur und sehr abgeschieden von der modernen Welt. Da aber auch sie nicht von der zunehmenden Globalisierung verschont bleiben, passen sie sich an. Dazu öffnen sie die Tore ihres Dorfes für Besucher – zum einen um ihre Kultur zu erhalten und nach Außen zu tragen, denn die Massai sind da extrem stolz drauf. Und zum anderen geht es darum, Geld zu verdienen.
Kritik hat es hier bereits geregnet, weil ich angeblich dieses Dorf und die Menschen die dort Leben, wie einen Zoo besichtigt hätte und ihre Privatsphäre stören würde. Mit dem Hintergrundwissen, dass die Massai bewusst ihre Tore für Besucher öffnen und es hierbei für mich vor allem um das Interesse an kulturellem Austausch geht, ist die Frage, warum man sowas überhaupt macht, vielleicht jetzt etwas besser zu begreifen. Neue Kulturen kennen zu lernen ist doch grade der Grund warum man reist, oder nicht? Ganz wichtig bei der Frage „Menschenzoo oder Völkerverständigung?“ ist meiner Meinung nach mit welcher Intention man die Menschen dort besucht. Geht es darum sich selbst besser zu fühlen nach dem Besuch und einem Bild mit den Kindern für Social Media oder geht es per se um das Interesse an der Kultur und der Lebensweisen der Massai?
Wichtig ist hierzu auch zu sagen, dass man zwischen zwei verschiedenen Arten von Massai Dörfern unterscheidet. Zum einen gibt es inszenierte Dörfer, die extra für Touristen geschaffen werden. Das bedeutet, die Menschen leben dort nicht wirklich, sondern es handelt sich eher um eine Art Freilichtmuseum, um die Kultur der Massai den Touristen näher zu bringen. Diese inszenierten Dörfer findet man direkt an den Hauptstraßen zwischen Serengeti und der Ngorongoro Conservation Area und das Dorf was wir besucht haben war eben auch so eins (wussten wir allerdings vorher nicht). Die echten Dörfer liegen viel weiter abgelegen. Diese können auch von Touristen besucht werden, sind allerdings viel schwieriger zu erreichen.



Das “Problem” an diesen inszenierten Dörfern ist, dass das bei uns nicht ehrlich kommuniziert wurde Es wurde so getan, als wäre in diesen inszenierten Dörfern alles echt, während es dort so aussah, als würde dort niemand wirklich wohnen. Es gab keine persönlichen Gegenstände und nichts was nach Alltag aussah. Als wir uns gewundert und danach gefragt haben, hieß es “Wir haben halt keine persönlichen Gegenstände”. Während dabei einer der Männer eine Apple Watch am Handgelenk trug – was ja auch völlig in Ordnung ist, aber dann sollte man auch bei Nachfragen ehrlich sagen, dass es sich hier lediglich um eine touristische Darstellung handelt.
Nun mal kurz zum Ablauf: zunächst haben wir 10$ “Eintritt”/Spende pro Person gezahlt, was für uns völlig in Ordnung war. Danach wurden wir mit einem traditionellen Tanz mit Gesang begrüßt, wo wir auch mitmachen durften. Einer der Massai kam dann zu uns und fragte uns konkret nach unserem Handy, damit er uns filmen kann. Generell wurde uns aber auch von Anfang an gesagt, dass Fotos machen gewollt und auch gewünscht ist. Als wir ihm dann ein Handy gegeben haben, tat er dann so, als würde er ein Handy zum ersten Mal in seinem Leben sehen. Das war Teil der “Show” die uns geboten wurde. Das sollte offensichtlich den Eindruck erwecken, wie fernab sie von der modernen Welt leben. Was allerdings bei dem Tourismus dort und der zunehmenden Globalisierung einfach nicht mehr realistisch ist. Besonders mit dem Wissen, dass die “echten Massai” mittlerweile selbst Handys nutzen, um untereinander in Kontakt zu treten. Wir wurden quasi direkt als naive Touristen abgestempelt und das echte Bild der Massai wurde nicht mehr zeitgemäß dargestellt.
Diese inszinierten Dörfer verstärken leider das Bild, was ganz viele Touristen immer noch haben, wenn sie an „das Land Afrika“ (Achtung Ironie) denken – Lehmhütten, kein fließend Wasser, kein Strom, keine bis wenig persönlichen Gegenstände. Es werden bewusst „dumme naive Touristen“ glücklich gemacht. Ich persönlich fände es, selbst wenn es ein insziniertes Dorf ist, schön einen wirklich echten Eindruck zu bekommen – Zeig mir deine Apple Watch, erzähl mir worauf du wirklich stolz bist, welche Probleme du hast, wie wir helfen können und wie sich das Leben in den letzten Jahren verändert hat. Wenn du dich also, so wie ich, für das wirklich echte Leben und kulturellen Austausch interessierst, dann wirst du in diesen Dörfern an den Hauptstraßen nicht das finden, was du dir erhoffst.


Danach wurde uns das Leben der Massai, ihre Traditionen und Lebensweisen erklärt. Anschließend ging es zu den “Programmpunkten” – ein traditionelles Haus, sowie die Schule des Dorfes besichtigen.
In die Schule durften wir immer nur einzeln eintreten, der Rest hat draußen gewartet. Jedes Mal wenn jemand neues eintrat, sangen die Kinder ihr einstudiertes Lied wieder von vorne und sollten wiederholt das Alphabet aufsagen. Dann wurde uns gesagt wir sollen uns zu den Kindern setzen und ein Foto von uns machen lassen. Das wollten wir allerdings nicht, weil “Nein ich möchte kein typisches Tourist mit Kindern-Bild, was ich dann auf Social Media posten kann”. Danach wurde ein Kind mit einem Eimer nach vorne geschickt, wo wir Geld rein werfen sollten. Das war dann auch bereits das 3 Mal, dass wir dort zur Kasse gebeten wurden. Und das während man in eine unangenehme Situation gebracht wird, wo alle um einen herum einen anstarren (inklusive Kinderaugen), die schauen wieviel Geld man hinein wirft. Man wird hier wirklich bewusst in unangenehme Situationen gebracht.
Der letzte Programmpunkt war eine Runde um den Souvenirtisch drehen, wo wir durchgehend begleitet und uns Armbänder ungefragt ans Handgelenk gelegt wurden. Auch hier war uns klar, es geht ums Verkaufen und nicht um kulturellen Austausch. Insbesondere da auch hier die gleichen Souvenirs angeboten wurden, die man auch sonst überall in Tansania an den typischen Touristenmärkten findet.
Ich möchte nicht sagen, dass diese inszenierten Dörfer Scam sind, aber es ist eben darauf ausgelegt, NAIVE Touristen glücklich zu machen und dass man dort Geld lässt und nicht, dass man in erster Linie etwas über das wahre Leben der Massai erfährt. Vielleicht war ich da zu naiv, aber ich dachte es geht wirklich um kulturellen Austausch. Und vielleicht habe ich mich in meinem Video dazu auch nicht passend ausgedrückt, das ist mir mittlerweile bewusst.
Das eigentliche Problem an diesen inszenierten Dörfern ist allerdings, dass davon die Menschen, die dort vor Ort sind kaum profitieren, sondern hauptsächlich Safariveranstalter und Zwischenhändler. Und erst recht nicht die Kinder, für dessen Bildung wir spenden sollten, während diese dort nicht richtig unterrichtet werden, sondern immer nur für die Touristen dasselbe Lied singen und dann von ihnen Geld einsammeln müssen – was streng genommen auch eine vermeintlich harmlos aussehende Form von Kinderarbeit ist.
Meine Intention hinter meinem TikTok und hinter diesem Post ist es, darüber aufzuklären, dass diese Dörfer wenig bis gar nichts mit echtem kulturellen Austausch zu tun haben und das es wichtig ist das zu hinterfragen. Und da ich mich sehr viel mit dem Thema beschäftigt habe, wollte ich euch hier noch eine Berichte verlinken, die wirklich sehr interessant und aufklärend zu diesem unfassbar komplexen Thema sind :
In Bericht Nr.1 geht es um die besten und auch weniger geeigneten Orte, um die Massai zu besuchen. Bericht Nr.2 beschäftigt sich mit der Frage „Menschenzoo oder Völkerverständigung?“ und Achtung: Bericht Nr.3 ist ein Beispiel für eine sehr negative Äußerung, die ich so nicht vertrete, aber die zum Nachdenken anregt.
Tag 3 im Ngorongoro Krater
Der Ngorongoro Krater ist der größte intakte Krater der Welt und beherbergt unzählige Tierarten, so wie unter anderem das Spitzmaulnashorn – eines der Big Five. Hier hat man eine viel höhere Wahrscheinlichkeit eins zu sehen, als beispielsweise im Serengeti Nationalpark, weshalb ich unbedingt herkommen wollte – und die Natur ist hier auch nochmal eine ganz andere. Außerdem ist die Tierdichte hier sehr viel höher als in der Serengeti, weshalb man hier wirklich an jeder Ecke Tiere sieht.
Die Nacht zuvor haben wir auf dem Campingplatz “Simba Campsite” geschlafen und der Platz liegt wirklich mitten in der allerschönsten Natur. Direkt hinter dem Toilettenhäuschen konnten wir Giraffen beobachten, hinter unserem Zelt waren Löwen im Busch und vorm Schlafengehen haben vor unserem Zelt Zebras gegrast. Aufgrund der vielen Tierbegegnungen hier sind allerdings auch bewaffnete Ranger auf dem Platz, die für die nötige Sicherheit sorgen.



Morgens gab es gegen 06:30 Uhr Frühstück und dann haben wir uns auch schon auf den Weg zum Krater gemacht. Den haben wir nach ca. 35min Fahrt erreicht.
Im Krater konnten wir uns dann wirklich gar nicht mehr retten vor Tierbegegnungen. Wir haben hier unzählige Zebras, Büffel und Flusspferde gesehen, aber auch Warzenschweine und Löwen konnten wir beobachten. Worauf wir uns aber auf die Suche machen mussten war das Spitzmaulnashorn. Das ist wirklich sehr selten zu sehen und man muss wirklich sehr viel Glück haben. Das Glück war auf unserer Seite – als wir es wirklich gar nicht mehr erwartet haben, konnten wir es tatsächlich, zwar sehr weit weg, aber mit dem Fernglas doch gut erkennbar, direkt am Wasser spotten. Damit hatte ich dann auch meine Big 5 in 3 Safaritagen complete!



Um ca. 13:30 Uhr haben wir uns dann auf den Rückweg gemacht und die Fahrt hat sich wirklich endlos gezogen. Nach 6h Fahrt waren wir endlich am Kilimanjaro Airport und konnten unseren Flug um 20:30 Uhr zurück nach Sansibar antreten. Wenn ihr nach der Safari direkt am selben Tag noch nach Sansibar fliegen wollt, dann bucht einen späten Flug ab ca. 20 Uhr und am besten vom Arusha Airport aus, da man dort direkt vorbei fährt. Ich würde aber eher empfehlen nach der Safari nochmal eine Nacht in Arusha zu verbringen, weil es war wirklich schon sehr anstrengend und super stressig direkt wieder zurück zu fliegen.
Fazit zur gesamten Reise + Kosten
Zuallererst kann ich wirklich sagen, Tansania ist ein wunderschönes Land und wirklich ganz anders als die anderen Länder, die ich bisher bereist habe. Die Natur ist wunderschön und Tansania gehört definitiv auf jede Bucket List. Allerdings hat das Land – wie jedes andere auch – einige “Schattenseiten”. Was uns persönlich wirklich sehr gestört hat sind die Beach Boys bzw. die Verkäufer und jegliche Leute, die einem etwas andrehen möchten und auch kein Nein akzeptieren. Das hab ich vorher wirklich noch nie so erlebt und hat der Reise leider einen kleinen Dämpfer gegeben. Nichtsdestotrotz hatten wir dort eine wunderschöne Zeit und ich kann jedem nur empfehlen einmal dort hinzukommen.
Insbesondere die Safari war wirklich ein once-in-a-lifetime Erlebnis und ich kann so eine low-budget Safari wirklich jedem nur ans Herz legen. Wenn ich so eine Reise allerdings nochmal planen würde, würde ich mir definitiv mehr Zeit nehmen und auch mehr Orte auf dem Festland erkunden, wie beispielsweise die Orte rund um Arusha.
Danke Tansania für wunderschöne 2 Wochen ! ❤️
Kostenaufstellung:
- Flug: 1334€ p.P (FFM → Dubai → Sansibar mit Emirates)
- Inlandsflüge: 237€ p.P (Sansibar → Arusha → Sansibar)
- Unterkünfte: 415€ p.P
- Verpflegung: ca. 30€ pro Tag und pro Person
- Aktivitäten: 150€ p.P
- Transporte: 120€ p.P
- Safari: 630€ p.P + Trinkgeld
Gesamtsumme: 3.206€ pro Person
© 2025 Melissa Merhof
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