Wen du schon mal bereut hast nach der Schule kein Work&Travel gemacht zu haben – hear me out 🙂 Ich arbeite Vollzeit und habe auch nur 30 Urlaubstage im Jahr, daher bin ich was meinen Reisen angeht relativ unflexibel und habe auch nur wenig Zeit. Ich möchte immer am liebsten ALLES sehen und das gestaltet sich auf einer 2- oder 3-wöchigen Reise immer etwas schwierig. Allerdings habe ich mir auf meiner Reise durch Nordthailand die Zeit genommen und 4 Tage freiwilligen Arbeit bei einer Chinesischen Community geleistet und das gehört wirklich definitiv zu den absolut tollsten Dingen, die ich bisher in meinem Leben gemacht habe. Aber auch zu denen, die mich am meisten gefordert haben, weil das ganze lag doch anfangs sehr weit außerhalb meiner Comfort Zone. Wie das ganze funktioniert und wie meine Erfahrungen waren, das erfährst du in dem Post 🙂

Was ist Worldpackers?

Worldpackers ist eine Organisation für freiwilligen Arbeit und vermittelt zu den jeweiligen Volunteering Hosts. Das Konzept funktioniert so, dass man für ein bisschen freiwilligen Arbeit am Tag einen kostenlosen Schlafplatz und kostenlose Mahlzeiten bekommt. Demnach ermöglicht es Worldpackers an so gut wie jedem Ort der Welt kostenlos zu leben. Reisen kann also doch so günstig sein. Natürlich muss man auch nicht jeden Tag arbeiten, sondern hat auch je nach Angebot einige freie Tage pro Woche. Bei meinem Volunteering Host habe ich beispielsweise nur 2-3 Stunden gearbeitet am morgen und hatte den ganzen restlichen Tag zur freien Verfügung.

Was für Arbeit man leistet, hängt natürlich ganz davon ab was für ein Angebot man sich aussucht. Man kann beispielsweise in Elephant Sanctuaries in Thailand helfen, Kindern in Afrika Englisch beibringen oder in Hostels in Australien arbeiten. Wie lange man freiwilligen Arbeit leistet, steht einem auch komplett frei. Die meisten Angebote sind für einen längeren Zeitraum, also ab einem Monat aufwärts, aber einige Angebote -wie auch das was ich gewählt habe – suchen Leute für bis zu 7 Tage.

Eine einmalige Anmeldung kostet – je nach Paket – ca. 59 USD (=54,24€) pro Jahr. Eine Mitgliedschaft ist notwendig, um sich auf die verschiedensten Angebote zu bewerben.

Und warum kostet die Mitgliedschaft Geld?

Worldpackers kostet 59 USD im Jahr. Durch die Mitgliedschaft erhält man sowohl Support vom Worldpackers Team und hat Zugriff auf Videos, die einen optimal auf eine Volunteering experience vorbereiten. 59 USD klingt tatsächlich erstmal nach viel Geld, allerdings wenn man bedenkt, dass man dadurch quasi für ein Jahr kein Hotel/Hostel und kein Essen bezahlt, lohnt es sich definitiv.

Mit meinem Code “MESCHISSA” könnt ihr auch nochmal 10$ bei der Anmeldung sparen. Ihr bezahlt dann nur 49$ für ein Jahr 🙂

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Meine 1. Volunteering Experience

Ich habe 3 ½ Tage in einer Chinesischen Community – die Lifechanyuan International Family – in Tha Ton freiwilligen Arbeit geleistet. Ich habe mich für das Angebot entschieden, da ich 1. eines gesucht habe, dass für wenige Tage helfende Hände sucht und 2. sich sehr abgelegen in einem kleineren untouristischeren Ort befindet. In Thailand hält man sich ja meistens nur in touristischeren Gegenden auf, ich finde es aber auch so spannend auch mal die local areas zu besuchen und das “echte Leben” in Thailand kennen zu lernen. Das wichtigste bei meiner Auswahl war mir allerdings, dass es mich mal komplett aus meiner Comfort Zone herausboxt.

Ich hab mich also von Chiang Mai aus auf den Weg gemacht und bin 4 Stunden mit dem local Bus nach Tha Ton gefahren. Das besondere hier dran ist, es gibt zwar Bushaltestellen, aber keiner benutzt sie so wirklich. In den kleineren Orten stellt man sich einfach an die Straße und hebt den Arm, wenn der Bus vorbei fährt und anhalten soll. Zum Aussteigen musste ich einfach dem Busfahrer bescheid geben, wo er mich raus lassen soll – das wär in Deutschland undenkbar.

In Tha Ton angekommen bin ich direkt zu Fuß zu der kleinen Farm gelaufen auf der ich nun für 3 Nächte schlafen sollte. Die Menschen die dort leben haben mich direkt unfassbar nett und herzlich in Empfang genommen – ich wurde sofort umarmt und kannte noch nicht mal ihre Namen.

Die Lifechanyuan International Family ist eine Chinesische Community in Thailand. Die Menschen leben in Thailand, da ihre Lebensweise in China nicht akzeptiert wird. Gelebt wird dort quasi wie eine Familie, nur ohne Heirat. Quasi wie eine WG. Alle alltäglichen Gegenstände, sowie Lebensmittel werden geteilt. Trotz dessen hat jeder ein eigenes kleines Haus. Was die Community, aber auch vor allem ausmacht ist ihre starke Naturverbundenheit. Für viele – und auch für mich – war das ebenfalls ein Grund mich für dieses Angebot zu entscheiden.

Die Menschen dort leben auch so gut es geht ohne Geld – 90% der Lebensmittel die zum Kochen benötigt werden, werden durch die Community selbst angebaut. Nur Lebensmittel wie Reis oder Mehl werden gekauft.

Das Leben dort gestaltet sich ziemlich frei. Die Menschen dort verdienen kein Geld, sie arbeiten auf der Farm. Jeder hat eine Aufgabe zugeteilt, z.B. ist einer für das Kochen verantwortlich, der andere für das Gärtnern und der nächste für Wäsche waschen. Somit hat jeder nur eine Aufgabe, die er sich selbst aussuchen kann und die restliche Zeit des Tages hat er zur freien Verfügung.

Aber was habe ich eigentlich genau dort gemacht?

Meine morgende haben immer um 07:30 Uhr gestartet mit einem gemeinsamen Frühstück. Der oder diejenige die für das Essen verantwortlich war, hat dieses für alle vorbereitet. Ich und alle anderen mussten dann nur noch zum Essen kommen. Meist gab es chinesische Pfannkuchen, die ein bisschen so geschmeckt haben wie Fladenbrot, Reis und verschiedenes angebratenes Gemüse aus dem Garten.

Nach dem Frühstück ging es direkt an die Arbeit – im Norden Thailands ist es nämlich morgens noch relativ kühl, weswegen man früh mit der Arbeit beginnt, bevor es zu heiß wird. Ich habe nur leichte Arbeit bekommen, beispielsweise habe ich geholfen Erde für die Pflanzen um zu füllen. Da nicht jede Erde dort geeignet ist, um darin etwas zu pflanzen, haben wir die geeignete Erde mit Schaufeln in Säcke gefüllt und anschließend zu dem Ort getragen, wo etwas gepflanzt werden soll. Eine Arbeit die sehr entspannend war, war das Pflanzen gießen, das hat mir richtig Hay Day vibes gegeben und war so meditativ.

Nach den 2-3 Stunden Arbeit hatte ich dann den restlichen Tag zur freien Verfügung – also quasi ab 11 Uhr. Ich habe die Zeit dort hauptsächlich genutzt um mal komplett zu entspannen, weil die restlichen Tage meiner Reise waren natürlich – wie immer – komplett durchgeplant.

Nachmittags haben wir einmal zusammen Chinesisches Gebäck gebacken. Einen Tag hab ich mich auch auf den Weg gemacht und den kleinen Ort Tha Ton erkundet – und war echt überrascht, was es dort alles zu sehen gibt. Theoretisch könnte man auch, wenn man dort eine längere Zeit verbringt, nach Chiang Rai oder nach Fang fahren, da es dort in der Nähe liegt.

Tha Ton hat zum Beispiel den Wat Tha Ton und den mit Abstand schönsten Tempel den ich bisher in Thailand gesehen hab – Phra Chedi Kaew. Bei beiden Tempeln war ich fast komplett alleine und nervige Touristenmassen sucht man hier auch vergebens.

Gegen 17 Uhr wurde dann angefangen das Abendessen vorzubereiten, das ist theoretisch auch wieder die Aufgabe eines Verantwortlichen, natürlich kann man dabei aber auch helfen. Beispielsweise habe ich an einem Tag gelernt wie man auf chinesisch traditionelle Art und Weise Nudeln macht. Das war zwar gar nicht so einfach, aber hat super viel Spaß gemacht und hat sich angefühlt wie eine Cooking Class, für die man sonst sehr viel Geld hinlegt.

Die Abende konnte man entweder einfach nur für sich verbringen und früh schlafen gehen oder man verbringt sie mit den anderen Menschen dort. In der Community leben zu dem Zeitpunkt meines Besuches 15 Menschen – 14 Chinesen und 1 Engländer. Die meisten von ihnen sprechen kein oder kaum Englisch – trotzdem haben sie versucht zu kommunizieren und waren super herzlich, auch wenn man sich nicht immer verstanden hat. Meistens haben wir uns dann über Google Übersetzer unterhalten. Das hat uns aber nicht davon abgehalten abends auch mal Karten zu spielen oder ein Lagerfeuer zu machen. Dort haben wir dann gemeinsam gesungen – ich musste ein deutsches Lied singen und habe 99 Luftballons gewählt – und zu tanzen – da musste ich auch ein deutsches Lied für aussuchen – ist dann Griechischer Wein geworden 😀

Fazit:

Die ganze Experience war komplett out of my comfort zone, so viel ist sicher – aber genau das wollte ich ja auch. Ich habe das ganze als kleines Selbstexperiment gesehen – wieviel brauch ich wirklich um glücklich zu sein ?

Noch nie zuvor habe ich auf einem Bett geschlafen, das so hart war wie ein Holzbrett oder mein Badezimmer mit einer Kakerlake geteilt. Noch nie zuvor habe ich einen, bis zu dem Tag, mir wild fremden Mann mitten in der Nacht via Google Übersetzer gebeten eine Kakerlake aus meinem Badezimmer zu befördern. Noch nie zuvor habe ich mit Menschen zusammen gelebt mit denen ich mich nur mit Händen und Füßen verständigen konnte oder deren Kultur und Lebensweise nicht unterschiedlicher sein könnte zu dem was ich bisher kannte.

Das Leben dort ist nun mal so und von anderen Kulturen und Lebensweisen nicht nur erzählt zu bekommen, sondern sie selbst zu erleben und zu realisieren, wie unfassbar privilegiert wir in Deutschland sind, ist unbezahlbar. Ja wir sind in Deutschland privilegiert und ich lebe gerne in Deutschland – keine Frage- aber für mich selbst habe ich dort gemerkt, dass ich viel weniger brauche, als ich dachte, um glücklich zu sein. Ich hatte ein Bett auf dem ich schlafen konnte, ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen, gutes Wetter und liebe Menschen um mich herum, die mich unfassbar herzlich in ihre Community integriert haben. Für mich waren diese 3 Tage ein Abenteuer und ein Erlebnis, das ich niemals vergessen werde. Ich bin definitiv daran gewachsen und akzeptiere mittlerweile auch die Mini Spinne in meinem Badezimmer zu Hause und drehe nicht komplett am Rad, wie früher – es ist ja schließlich keine Kakerlake.

© 2025 Melissa Merhof

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